Beschleunigte Verwitterung CO2-Removal
Projekte für beschleunigte Verwitterung bringen Silikatgesteinsmehl aus Steinbrüchen als Bodenverbesserer auf Ackerflächen aus. Regenwasser mit gelöstem CO2 löst das Gestein auf und wandelt das Gas in stabiles Bikarbonat um, das in den Ozean ausgewaschen wird – dort bleibt es für über 10.000 Jahre gebunden. Die Preise liegen zwischen €185 und €300 pro Tonne, wobei ein großer Teil der Kosten auf die Messung entfällt.

Überblick
Was Sie über beschleunigte Verwitterung wissen müssen
Silikatgesteinsmehl, meist Basalt, wird als Bodenverbesserer auf Felder ausgebracht. Regen löst es auf und wandelt CO2 in Bikarbonat um – eine stabile gelöste Form von Kohlenstoff, die über Boden und Flüsse in den Ozean gelangt und dort bleibt.
Über 10.000 Jahre. Der Kohlenstoff liegt als gelöstes Mineral im Ozean, ein Teil wird mit der Zeit zu Kalkstein. Anders als in Wäldern oder Böden gespeicherter Kohlenstoff kann er weder verbrennen noch verrotten – weder Feuer noch Dürre noch Landnutzungsänderungen setzen ihn frei.
€185 bis €300 pro Tonne. Die Technologie ist noch jung, und die Verifizierung macht sie teuer.
Kleiner Maßstab: 1 bis 2% der kontrahierten dauerhaften Entnahme, und erst einige Zehntausend Tonnen geliefert.
Im Aufbau – und die entscheidende Frage der Methode. Die Entnahme wird aus Boden- und Wasserproben in Kombination mit Modellen abgeleitet, nicht präzise gemessen wie bei Direct Air Capture.
Isometric und Puro.earth; Carbon Standards International (Global Rock C-Sink).
Entnahme mit langlebiger Speicherung, Kategorie V nach den Oxford Offsetting Principles.
Wie es funktioniert
Wissenschaft
Beschleunigte Verwitterung nutzt eine Reaktion, die das Erdklima seit Hunderten Millionen Jahren reguliert – und beschleunigt sie. Hier erfahren Sie, wohin der Kohlenstoff geht, was die Speicherung dauerhaft macht, wie die Entnahme gemessen wird und warum die Messung die offene Frage ist, die entscheidet, welche Projekte belastbar sind.
Warum sie als Entnahme zählt
Die chemische Verwitterung von Silikatgestein ist der Langzeit-Thermostat des Planeten: Über geologische Zeiträume zieht sie jährlich rund 0,9 Gigatonnen CO2 aus der Luft und bindet sie im Ozean. Beschleunigte Verwitterung betreibt dieselbe Chemie gezielt – auf einer Zeitskala von Jahren statt Jahrtausenden. Das gebundene CO2 war bereits in der Atmosphäre; seine Speicherung als Bikarbonat senkt die Gesamtmenge in der Luft. Genau das macht dies zu einer Entnahme und nicht zu einer Vermeidung.
Wie die Speicherung dauerhaft wird
Sobald der Kohlenstoff in gelöstem Bikarbonat gebunden und in den Ozean getragen wurde, geht er in den Alkalinitätsspeicher des Meeres ein, das größte aktive Kohlenstoffreservoir des Planeten – rund 90% davon bleiben über etwa 10.000 Jahre gebunden. Die Permanenz ist geochemisch, nicht biologisch: Anders als ein Wald oder ein Bodenkohlenstoff-Bestand ist sie nicht durch Feuer, Dürre oder Landnutzungsänderungen gefährdet. Das stellt beschleunigte Verwitterung neben Direct Air Capture an das dauerhafte Ende des Removal-Spektrums.
Wie die Entnahme gemessen wird – und warum das der schwierige Teil ist
Hier unterscheidet sich ERW am stärksten von den anderen dauerhaften Methoden. Direct Air Capture misst jede Tonne; Pflanzenkohle testet jede Produktionscharge im Labor; bei beschleunigter Verwitterung geschieht die Entnahme diffus über ein ganzes Feld und muss abgeleitet werden – aus der Menge aufgelösten Gesteins, erfasst über gekoppelte Boden- und Wasserproben und rekonstruiert mit geochemischen Modellen. Die führenden Protokolle ziehen inzwischen nachgelagerte Verluste ab und rechnen konservativ – Isometric stellt am 30. Perzentil der modellierten Spanne aus –, doch Methoden-Durchschnitte sagen hier wenig. Was zählt, ist die Messung hinter einem konkreten Projekt. Deshalb ist MRV-Glaubwürdigkeit das Kriterium mit dem größten Gewicht.
Woran noch gearbeitet wird
Erstens: Verwitterung durch Salpetersäure aus Stickstoffdünger setzt dieselben Kationen frei, entzieht aber kein CO2 – kationenbasierte Messung kann die Entnahme daher überschätzen (Vienne et al., 2026). Zweitens: Mehrjährige Feldversuche haben eine Netto-Entnahme deutlich unter dem theoretischen Potenzial gemessen, weil reale Verwitterung langsam ist und sich über etwa ein Jahrzehnt streckt (Dupla et al., 2025). Drittens: Ein Teil des gebundenen Kohlenstoffs kann verloren gehen – rund ein Zehntel entweicht über Jahrzehnte, und weiteres CO2 kann auf dem Flussweg ausgasen, bevor es den Ozean erreicht.
Wichtige Studien
Bezifferte das globale Potenzial von Basalt auf Ackerflächen auf 0,5 bis 2 Gigatonnen CO2 pro Jahr, bei US$80 bis US$180 pro Tonne – mit Co-Benefits für Böden und Ernährungssicherheit.
Beerling et al. — 2020Ein replizierter Feldversuch im US Corn Belt maß 15,4 Tonnen entnommenes CO2 pro Hektar über vier Jahre – bei 12 bis 16% höheren Mais- und Sojaerträgen und geringeren Lachgasemissionen.
Beerling et al. — 2024Zeigte, dass rund 90% des durch beschleunigte Verwitterung gebundenen Kohlenstoffs über etwa 10.000 Jahre im Ozean verbleiben – die Grundlage des Permanenz-Arguments.
Kanzaki, Planavsky & Reinhard — 2023Validierte eine bodenbasierte Massenbilanz-Methode mit immobilem Element-Tracer zur Messung von Verwitterungsraten aus Bodenproben – heute zentral für die Prüfung von ERW-Entnahmen.
Reershemius et al. — 2023des durch beschleunigte Verwitterung gebundenen Kohlenstoffs verbleiben über etwa 10.000 Jahre im Ozean. Die Permanenz ist geochemisch, nicht biologisch – sie ist nicht durch Feuer, Dürre oder Landnutzungsänderungen gefährdet.
Markt und Preis
Beschleunigte Verwitterung macht Blue-Chip-Schlagzeilen – Googles größter CO2-Removal-Deal etwa ist ERW. Doch die Methode ist noch jung und ein kleiner Teil des dauerhaften Marktes: weniger als 2% der 2025 kontrahierten Zertifikate, in einem von Pflanzenkohle dominierten Markt. Die größten Käufer investieren jetzt stark, um die Forschung voranzutreiben und die Kosten langfristig zu senken.
machte beschleunigte Verwitterung zum Gegenstand seines größten je getätigten CO2-Removal-Kaufs: 200.000 Tonnen mit Terradot in Brasilien, mit Lieferungen ab etwa 2029.
Microsoft
hat mindestens sechs ERW-Verträge mit vier Anbietern auf drei Kontinenten geschlossen (InPlanet, UNDO, Alt Carbon und Terradot) – insgesamt rund 126.000 Tonnen.
Frontier
das von Stripe, Alphabet, Shopify, Meta und McKinsey finanzierte Advance Market Commitment, hat über US$115 Millionen an ERW-Offtakes platziert.
Preise für dauerhafte CO2-Removals, 2026
€ pro Tonne entnommenes CO2
Beschleunigte Verwitterung
ERW
Andere dauerhafte Methoden
Pflanzenkohle
BECCS
DAC
Zertifikate aus beschleunigter Verwitterung kosten 2026 zwischen €185 und €300 pro Tonne. Damit liegt ERW im mittleren Segment des dauerhaften Marktes: teurer als naturbasierte Methoden, deutlich unter Direct Air Capture – und mit dem Zusatznutzen, dass dieselbe Ausbringung die Ackerflächen verbessert. Von CDR.fyi und OPIS befragte Käufer erwarten, dass ERW bis 2030 zu den am schnellsten im Preis fallenden dauerhaften Methoden gehört.
Die wichtigsten Preisfaktoren sind die Energie, um Gestein zu Mehl zu mahlen, die Logistik für Lieferung und Ausbringung auf die Felder – und vor allem die Tiefe der Messung. Hochwertiges MRV ist bei ERW teurer als überall sonst. Weil die Technologie neu ist, wurden die ersten ERW-Zertifikate erst 2024 geliefert. Und da noch nicht viele Projekte in Betrieb sind, wird ERW überwiegend über Offtakes kontrahiert.
Quellen: Senken-Preisanalyse-Datenbank, CDR.fyi-&-OPIS-Preisumfrage für dauerhafte CO2-Entnahme, IPCC AR6 Kapitel 12, Sylvera-Preis-Benchmark.
Projekte
Die Messung ist bei beschleunigter Verwitterung entscheidend. Senken prüft ERW-Projekte deshalb zuerst auf die Glaubwürdigkeit ihres MRV – und dann auf alles andere. Jedes von Senken angebotene Projekt ist mit dem Sustainability Integrity Index (SII) mit über 600 Datenpunkten verifiziert.
Hochwertiges CO2-Removal für führende Unternehmen beschaffen
In verifizierte Projekte für beschleunigte Verwitterung investieren
Senken prüft ERW-Projekte zuerst auf die Glaubwürdigkeit ihrer Messung, beschafft den Offtake und berechnet Portfolioanteil und Lieferplan auf Basis Ihres Budgets und des restlichen Portfolios.

Compliance
Beschleunigte Verwitterung ist dauerhafte CO2-Entnahme: geeignet zur Neutralisierung von Restemissionen nach dem SBTi Corporate Net-Zero Standard und unter CSRD berichtsfähig. Das EU CRCF hat noch keine ERW-Methodik verabschiedet – Senken rechnet jedoch damit, dass sie kommt.

SBTi
Nach dem Corporate Net-Zero Standard neutralisieren dauerhafte Removals die Restemissionen, die ein Unternehmen nicht vermeiden kann. Version 2.0, veröffentlicht im Juni 2026 und wirksam ab Februar 2027, unterscheidet langlebige Removals wie beschleunigte Verwitterung, Mineralisierung und Direct Air Capture von kurzlebigen naturbasierten – und verlangt, langlebige Restemissionen mit langlebigen Removals zu neutralisieren, mit einem Anteil, der bis zum Net-Zero-Jahr eines Unternehmens steigt.
CSRD / ESRS E1-7
Erworbene Removals werden gesondert ausgewiesen, getrennt von den Bruttoemissionen, mit Angabe von Volumen, Register, Dauerhaftigkeit und Qualitätsmerkmalen. Bei einer frühen Methode wie ERW ist diese Offenlegung nur so belastbar wie die Messnachweise dahinter – deshalb liegt jedem Kauf bei Senken die Audit-Dokumentation bei.
Standards
Die ERW-Zertifizierung ist jünger und schmaler als die der Pflanzenkohle – genau das sollte ein Käufer bei einer frühen Methode erwarten. Sie wird von zwei auf CO2-Removal spezialisierten Registern angeführt, Isometric und Puro.earth. Beide sind als Programme ICVCM-CCP-fähig, doch keine ERW-Methodik trägt bislang das methodenbezogene CCP-Approved-Label. Die Integrität hängt daher vorerst an der Strenge des konkreten Protokolls, nicht an einem registerübergreifenden Siegel.
Betreibt das strenge Protokoll „Enhanced Weathering in Agriculture", aufgebaut auf gekoppelten Boden- und Wasserproben, konservativen Abzügen für nachgelagerte Verluste und Ausstellung am 30. Perzentil. Stellte im Dezember 2024 die weltweit ersten unabhängig verifizierten ERW-Zertifikate aus.
Seine ERW-Methodik wechselte zur Edition 2025, wirksam seit Februar 2026 – mit zwei unabhängigen Messmethoden, expliziten Verlusttermen und einem Unsicherheitsabschlag. Stellt CORCs aus.
Der Global-Rock-C-Sink-Standard zertifiziert Verwitterungs-Kohlenstoffsenken auf Ackerflächen, extern auditiert – vom selben Schweizer Haus wie der EBC-Pflanzenkohle-Standard. Bislang kleinerer ERW-Fußabdruck als Isometric oder Puro.
Kein Register: eine nicht-kommerzielle Initiative, die die ERW-Messung über gemeinsame Grundprinzipien, offene Felddaten und Forschungsförderung angleicht – das gemeinsame Fundament, auf dem die Register-Protokolle aufbauen.
Vergleich
Beschleunigte Verwitterung ist eine dauerhafte Entnahme mit hoher Permanenz – damit liegt sie nahe bei Direct Air Capture. Anders als DAC bietet sie aber auch Co-Benefits wie gesündere Böden und höhere Erträge.
| Methode | Wie es Kohlenstoff speichert | Permanenz | Umkehrrisiko | MRV-Reife | Preis €/t (2026) | Heute skalierbar | IPCC-Skalenpotenzial | Reifegrad (TRL, 2026) | SBTi-/CSRD-Eignung | Flächenbedarf | Co-Benefits |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Naturbasiert | |||||||||||
| Aufforstung / Wiederaufforstung | Bäume wandeln CO2 per Photosynthese in Biomasse um | Jahrzehnte bis Jahrhunderte, reversibel | Hoch: Feuer, Krankheit, Landnutzungsänderung; puffergesichert | Mittel: Fernerkundung + Feldflächen | €28–55 | Ja | 0,5–10 Gt/Jahr | 8–9, ausgereift | Entnahme, temporäre Stufe; CSRD-berichtsfähig | Hoch: benötigt neue Flächen | Biodiversität, Wasser, ländliche Arbeitsplätze |
| Bodenkohlenstoff | Wurzeln und Rückstände bilden organischen Bodenkohlenstoff | Jahre bis Jahrzehnte, reversibel | Hoch: Bodenbearbeitung, Rückkehr der Landnutzung; puffergesichert | Gering, umstritten: Beprobung + Modellierung | €20–55 | Ja | 0,6–9 Gt/Jahr | 8–9, ausgereift | Entnahme, temporäre Stufe; CSRD-berichtsfähig | Gering: nutzt bestehende Ackerflächen | Ertrag, Wasserrückhalt, Bodengesundheit |
| Technisch / dauerhaft | |||||||||||
| Beschleunigte Verwitterung | Zerkleinertes Silikatgestein mineralisiert CO2 im Boden | 10.000+ Jahre, geochemisch | Vernachlässigbar: mineralisiert | Aufkommend: Boden- und Wasserbeprobung, Modellierung | €185–300 | Begrenzt | 2–4 Gt/Jahr | 4–6 | Dauerhafte Entnahme; SBTi-fähig | Gering: nutzt bestehende Ackerflächen | Boden-pH, Ernteertrag |
| Pflanzenkohle | Pyrolyse wandelt Biomasse in stabilen Kohlenstoff um | 100–1.000+ Jahre | Sehr gering: chemisch stabil; 10% Puffer | Hoch: Laboranalyse je Charge + digitales MRV | €130–250 | Ja, stärkste Lieferbilanz | 0,3–6,6 Gt/Jahr | 8–9, höchste dauerhafte | Dauerhafte Entnahme; SBTi-fähig; EU CRCF | Gering: nutzt Reststoffe | Bodengesundheit, ländliches Einkommen, Energie |
| Biomasse-Vergrabung | Abfallbiomasse unter Ausschluss von Sauerstoff und Zerfall versiegelt | 100–1.000+ Jahre | Gering: anoxische Isolierung; standortabhängig | Hoch: Massenbilanz + Standortüberwachung | €120–170 | Aufkommend; Skalierung ab 2027 | ~1–5 Gt/Jahr (frühe Schätzung) | 5–7 | Dauerhafte Entnahme; SBTi-fähig | Gering: nutzt Reststoffe | Vermeidet das Verbrennen von Reststoffen |
| Bioenergie + CCS (BECCS) | Bioenergie plus abgeschiedenes CO2 geologisch gespeichert | 1.000+ Jahre | Sehr gering: geologisch | Hoch: gemessenes CO2 | €210–390 | Begrenzt | 0,5–11 Gt/Jahr | 6–8 | Dauerhafte Entnahme; SBTi-fähig | Hoch: benötigt Flächen für Ausgangsstoffe | Regelbare Energie |
| Direct Air Capture (DACCS) | Filtert CO2 chemisch, geologisch gespeichert | 10.000+ Jahre | Vernachlässigbar: geologisch | Höchste: direkt gemessen | €350–500+ | Sehr begrenzt | 5–40 Gt/Jahr | 6–7 | Dauerhafte Entnahme; SBTi-fähig; EU CRCF | Minimal | Keine |
Quellen: Preise aus Sylvera-Korridoren für naturbasierte Methoden und der OPIS Durable CDR Market Dynamics-Umfrage; Permanenz und IPCC-Skalenpotenzial aus IPCC AR6 (Kapitel 12, Tabelle 12.6); TRL aus einer Reifegrad-Synthese 2026; SBTi Corporate Net-Zero Standard; ESRS E1-7.
FAQ zur beschleunigten Verwitterung
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Pflanzenkohle
Pyrolyse wandelt Reststoff-Biomasse in stabilen Kohlenstoff um, der über Jahrhunderte gebunden bleibt. Die dauerhafte Methode, die bereits in großem Maßstab liefert – ab rund €100 pro Tonne.

Direct Air Capture
Direct Air Capture nutzt chemische Filter, um CO2 direkt aus der Luft zu ziehen, und speichert es tief unter der Erde, wo es zu Stein wird.






